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Die Buche als Symbol Der Wald und mit ihm natürlich die Buche spielt in der Novelle eine große Rolle. Abgesehen davon, dass die Autorin, Annette von Droste-Hüslhoff, die Natur immer wieder in ihre Handlung mit einbezieht um bestimmte Stimmungen besser vermitteln zu können, trägt diese bestimmte Buche im Brederholz noch eine viel größere Bedeutung. Die Autorin verwendet die Rolle der Buche immer an Erzählhöhepunkten oder um zwei nahe beieinander liegende Höhepunkte zu verknüpfen. Schon früher, bei den Germanen wurde mit Hilfe der Buche die Zukunft vorhergesagt: Die Germanen schnitten Holzstücke fruchtbarer und besonders lebendiger Buchen ab und verzierten sie mit Runen. Diese legten sie auf ein Tuch und der Priester legte, in tiefer Verbindung zu Gott, die Zukunft, indem er drei dieser Stäbe nacheinander aus dem Tuch zog und die Reihenfolge der Zeichen deutete. Es wird vermutet, dass sich der Begriff „Buchstaben lesen“ aus dem „auflesen von Buchenstäben“ entwickelt hat. Ein andere weitverbreiteter Glaube, der bis Heute noch Verwendung findet, besagt, dass wenn man Anfang November mit einer Axt den Stamm einer Buche verletzt und die Wunde trocken bleibt, der kommende Winter kalt und besonders streng wird. Aus diesen beiden uralten Gewohnheiten entwickelte sich die Buche zum Symbol der Vorhersage. Übertragen auf „Die Judenbuche“ mit ihrer hebräischen Inschrift „Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.“, bekommt dieser Baum aus der Erzählung genau diese Bedeutung zugeschrieben. Bei der Inschrift handelt es sich nicht um eine Frage oder eine vage Vermutung, sondern sie zeigt, was genau passieren wird. Dieser Satz, der damals nach dem Mord des Juden Aaron in die Buche geschnitzt wurde, ist eine genaue Vorhersage, was mit dem Mörder geschehen wird. Dazu kommt, dass die Buche früher auch als Verkünder des göttlichen Willens angesehen wurde, was vielleicht auch auf der Zukunftsvorhersage durch einen Priester basierte, und somit Zeichen der Gerechtigkeit war. Die Gemeinde der Juden forderte mit der Inschrift die gerechte Bestrafung des Mörders. Buchen beziehungsweise Wälder stellen aber auch das Geheimnisvolle, Verborgene und Jenseitige dar. In der „Judenbuche“ treten all diese Bedeutungen auf. Das Geheimnisvolle und Verborgene geht vom ganzen Wald aus, was dem Leser durch die schleierhafte und unvollständige Ausführung der Handlungen im Brederholz sofort auffällt. Auffällig ist auch, dass alle Morde, die im Laufe der Geschichte passieren, sich im Wald ereignen. Der Mord an Brandis und der an Aaron. Sogar Friedrichs Vater, Hermann Mergel, wird tot im Wald aufgefunden, wobei man nie klar erfährt, ob er ermordet wurde oder in der Sturmnacht im Wald erfror. Trotzdem glaubten die Dorfbewohner er spuke als Geist des Jenseits im Brederholz. Etwas schwerer fällt es, die Buche als weitverbreitetes Symbol des Schutzes auf die „Judenbuche“ zu übertragen. Ein möglicher Deutungsversuch könnte jedoch sein, dass Friedrich sich für seinen Selbstmord einen geschützten Platz suchte. Durch seinen Tod sühnte er für seine Schuld und hatte deshalb ein Recht im Schutze der Buche und der Natur zu sterben. Jedoch ist die Bedeutung von Schutz und Tot am Textbeispiel eher gegensätzlich. Vielleicht hat Annette von Droste-Hüslhoff diese Gegensätzlichkeit bewusst angewandt, um das leitende Motto der Novelle „Nichts ist wie es scheint“ erneut aufzugreifen. von Laura
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