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Charakteristik zu Friedrich Mergel Friedrich Mergel ist die Hauptperson in der Novelle "Die Judenbuche" von Anette von Droste-Hülshoff. Er ist der Sohn von Hermann und Margret Mergel und wird, als er 12 Jahre alt ist, von Simon Semmler, seinem Onkel, adoptiert. Friedrichs Leben steht schon von Anfang an unter einem schlechten Stern. Seine Mutter wird von seinem Vater vergewaltigt, man kann deswegen ihr distanziertes, fast kaltes Verhalten Gegenüber Friedrich verstehen. Dies steht im Gegensatz zu Hermann Mergel, der seinen Sohn sehr liebt. Friedrichs Charakter wird von diesem krassen Gegensatz sehr geprägt. Er wird als „gesundes, hübsches Kind“ (S.7, Z.29) beschrieben, denn noch lässt sich keines der grausamen Ereignisse, die sein Leben prägen werden, erahnen. Er wird fromm erzogen, was sein trauriges Ende aber nicht verhindern kann. Nach dem Tod von Hermann Mergel wird Friedrichs Leben nicht einfacher. Er lebt jetzt allein bei seiner lieblosen Mutter. Zu dieser Zeit ist er ein stiller, ja, fast einsamer Junge, er macht keinerlei Probleme und hütete oft die Kühe, wobei er in Ruhe vor sich hinträumen kann. Eines Tages taucht Simon Semmler, sein Onkel mütterlicherseits, auf und adoptiert’ Friedrich bzw. er möchte, dass Friedrich ihm zur Hand geht. Margret willigt ein. Durch das Zusammenleben mit Simon verändert sich Friedrich stark. Er wird seinem Onkel ähnlicher, achtet mehr auf sein Aussehen, wird selbstbewusster, aber er übernimmt auch negative Charakterzüge von Simon, wie zum Beispiel seine Gönnerhaftigkeit, oder den Hochmut. Durch diese Veränderungen verbessert sich sein Ruf und Friedrich lernt die Sonnenseite des Lebens kennen, da ihm unter anderem seine Mutter zum ersten Mal Stolz und Anerkennung entgegenbringt. Zu dieser Zeit lernt Friedrich auch Johannes Niemand kennen, der von da an zu seinem ständigen Wegbegleiter wird. Mit Johannes Niemand bringt Annette von Droste-Hülshoff einen Charakter, der genau das dunkle Spiegelbild Friedrichs aufzeigt, in die Geschichte ein. Als Friedrich eines Tages den Förster Brandis den falschen Weg weist, was in dessen Ermordung endet, beginnt sein seelischer Abstieg. Er macht sich schreckliche Vorwürfe. Dies führt dazu, dass Friedrichs seelische Verfassung instabil wird, was sich aber erst später herausstellt. Noch schafft er es sich hinter der Maske des Edlemannes’ zu verstecken. In Wirklichkeit jedoch, ist er verlassen und hilflos. Auf einer Hochzeit aber, wird Friedrich von dem Juden Aaron bloßgestellt, als dieser ihn auf seine Schulden hinweist. Aaron nimmt mit diesem Akt das, was Friedrich am Wichtigsten ist, nämlich die Anerkennung seiner Mitmenschen. Von nun an ist Friedrichs Charakter völlig zerstört. Bald darauf wird der Jude Aaron bei der Judenbuche ermordet aufgefunden. Friedrich wird für den Mörder gehalten und muss aus seinem Heimatdorf zusammen mit Johannes fliehen. Von nun an legt sich ein dunkler Schatten über seinen Namen. 28 Jahre später kehrt Friedrich als Johannes Niemand zurück. Er weiß, dass sich sein Leben dem Ende zuneigt. Er wird vom Herrn von S. aufgenommen, der ihn darüber aufklärt, dass Friedrich doch nicht der Mörder des Juden war. Einige Tage nach Friedrichs Rückkehr wird er erhängt an der Judenbuche aufgefunden. Ein tragisches Ende, welches aber genau zu Friedrichs tragischer Lebensgeschichte passt. Mit Friedrich Mergel lässt Anette von Droste-Hülshoff uns in menschliche Abgründe blicken und zeigt den Abstieg eines Menschen auf, der sich wie jeder andere Mensch auch, einfach nur nach Anerkennung sehnt. Zitate aus: Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff, Reclams Universal-Bibliothek, Ausgabe 2001 von Carina Friedrichs Entwicklung Friedrich Mergel wird als Sohn von Hermann Mergel und seiner zweiten Frau Margret Semmler in eine unglückliche, von Alkoholsucht und Gewalt geprägte Ehe hinein geboren. Er war ein „gesundes, hübsches Kind, das in der frischen Luft kräftig gedieh.“(S.7 Z.29-30). Da seine Mutter nicht sonderlich über seine Geburt erfreut war, war seine Vater Friedrichs Bezugsperson. Doch nach dessen Tod, Friedrich war gerade 9 Jahre alt, musste er mit seiner Mutter auskommen. Sie ging barsch mit ihm um und lehrte ihm das, im Dorf durcheinander gebrachte, Gefühl von Recht und Ordnung, unter anderem auch, dass Juden minderwertig sind. Zu der Zeit war Friedrich scheu, träumerisch und lebte für sich zurückgezogen. Er hatte keinen Kontakt zu anderen Jungen im Dorf, „schlug um sich und stach auch einmal mit dem Messerchen zu“(S. 11 Z. 28-29). Er hütete Kühe für seine Mutter. Mit 12 Jahren fängt, durch die Adoption Friedrichs durch seinen Onkel Simon, die eigentliche Entwicklung Friedrichs an. Friedrich wurde zum „selbstischen“ (S.18 Z. 23/24) Jungen, der in jeder Gelegenheit den „ungebändigten Ehrgeiz[es] und Hang[es] zum Großtun zeigte“ (S.18 Z.26/27). Er wird zum Gönner und bekommt den „Ruf eines hübschen gewandten Burschen“ (S.21 Z.9). Durch sein eigenes Einkommen, mit dem er haushalten muss, bekommt er das Gefühl erwachsen zu sein. Dies alles, sein Aufstieg, hat er Simon Semmler zu verdanken. Auch der Mord an Brandi, dem Förster, an dem Friedrich verdächtigt wird, schadet seinem Ansehen noch nicht sehr, da das Verfahren wegen mangelnder Beweise eingestellt wurden muss. Doch Friedrich plagt das schlechte Gewissen, Brandis in die falsche Richtung geschickt zu haben, und, obwohl er eigentlich nicht fromm ist, will er beichten gehen. Sein Onkel, der eigentliche Mörder von Brandis, hält ihn jedoch davon ab. Da sein größter Reichtum, sein Ansehen von Simon abhängig ist, geht Friedrich an diesem Tag nicht zur Beichte. Dieses Ereignis ist der Wendepunkt in Friedrichs Leben; Sein gesellschaftlicher Abstieg beginnt. Bis zu seinem 18. Lebensjahr war die Entwicklung noch stärker vorangeschritten. Friedrich war geprägt von Eigenschaften wie „Leichtsinn, Erregbarkeit und vor allem ein[es] grenzenlose[n] Hochmuts, der nicht immer den Schein verschmähte“(S. 35 Z.4-7) 4 Jahre später fand im Dorf eine große Hochzeit statt, die Schauplatz Friedrichs gesellschaftlichen Abstiegs werden sollte. Zuerst wird sein ständiger Begleiter Johannes Niemand bei einem Diebstahl erwischt, dann wird Friedrich vor versammelter Festgemeinschaft erneut gedemütigt, und das auch noch von einem Juden. Grund waren Schulden, die Friedrich noch bei ihm hatte. Friedrichs „Würde war verletzt“ (S.38 Z.17/18) und er ging „wie vernichtet“(S.39 Z.28) fort. Wenige Tage später flüchtete der sonst so stolze, bewundernswerte junge Mann mit Johannes Niemand, da er sich mit seinem verletzten Stolz nicht der Tatsache stellen wollte, als Hauptverdächtiger am Mord eben dieses Judens zu gelten, der in der Zwischenzeit tot aufgefunden wurde. 28 Jahre später taucht Friedrich wieder auf. Er gibt sich als Johannes Niemand aus und meint, er hätte Friedrich aus den Augen verloren. Der Heimkehrer „schien sehr matt oder krank; er stöhnte schwer“(S.48 Z.5/6). Die Bewohner fanden seine Lage „erbärmlich“ (S. 49 Z.32) und nahmen ihn großzügig bei sich im Dorf auf. Friedrich mied bei seinen Botengängen das Brederholz, war ängstlich und erledigte seine Arbeiten nicht mehr gewissenhaft wie in früheren Jahren. Ungefähr ein halbes Jahr nach seiner Heimkehr erhängt er sich in der Judenbuche und wird anhand einer Narbe als Friedrich identifiziert. Was aus Johannes, Friedrichs verkümmertem Spiegelbild geworden ist, wusste niemand. Aus dem träumerisch, zurück gezogenen Jungen wurde im Laufe seiner Jungend ein angesehener Mann, dessen größter Reichtum sein Stolz und seine Würde waren, die er jedoch durch öffentlichen Demütigung verlor. Er reagierte darauf mit Flucht und kehrte eine halbe Ewigkeit danach als armseliger, erbärmlicher, alter Mann wieder zurück in sein Heimatdorf. Durch seinen Selbstmord nimmt er sich das letzte bisschen stolz und seine eigene Ehre. Zitate aus: Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff, Reclams Universal-Bibliothek, Ausgabe 2001 von Laura
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